Für die Gefahrstoffbeurteilung benötigen Sie diverse Daten aus dem Sicherheitsdatenblatt.

Erfassen Sie folgende Daten:

Form/Aggregatzustand

Gasförmige Stoffe werden vom EMKG nicht abgedeckt. Bei flüssigen Stoffen ist die Siedetemperatur oder der Dampfdruck entscheidend. Für feste Stoffe ist besonders das Staubungsverhalten wichtig.

pH-Wert

Nur wässrige Lösungen haben einen pH-Wert. Deswegen gibt es in SDB von organischen Lösemitteln (z.B. Verdünner, Benzin o.ä.) keine Angabe zum pH-Wert.

Stoffe und/oder Gemische mit extremen pH-Werten von ≤ 2 und ≥ 11,5 deuten auf eine Ätzwirkung hin, müssen aber aufgrund ihrer Pufferwirkung nicht unbedingt als ätzend deklariert sein. Wird der Stoff aufgrund der sauren/alkalischen Reserve  trotz des niedrigen oder hohen pH-Werts für nicht ätzend gehalten, so ist dies durch weitere Prüfungen zu bestätigen. Im SDB auf etwaige Hinweise achten.

Dampfdruck

Der Dampfdruck gibt das Freisetzungsverhalten des Gefahrstoffes wider.

Wässrige Lösungen werden nach EMKG der Freisetzungsgruppe „niedrig“ zugeordnet, wenn die gelösten Komponenten (z. B. Salze) eine geringe Flüchtigkeit aufweisen und nicht versprüht werden.

Siedepunkt

In dem Verfahren nach  EMKG wird die Freisetzung u.a. an dem Siedepunkt des Produkts festgemacht. Die mittlere Freisetzungsgruppe liegt im Bereich des Siedepunkts zwischen 50°C und 150°C. Wenn keine Angabe im SDB vorhanden ist, gilt für wässrige Lösungen der Bereich zwischen 50°C und 150°C.

Staubungsverhalten

Bei Feststoffen ist in Hinblick auf inhalative Gefährdung entscheidend, wie leicht dieser in die Lunge kommt. Für einen feinen, staubenden Stoff ist es weitaus leichter und wahrscheinlicher, eingeatmet zu werden, als für zentimetergroße Pellets. Das EMKG gibt mit Beispielen eine Hilfestellung, um anhand des Staubungsverhaltens zu entscheiden, was für eine Freisetzungsgruppe ein fester Gefahrstoff hat.

Flammpunkt

Der Flammpunkt wird für die Brandgefährdung  nach EMKG benötigt.


Beispiel anhand eines Sicherheitsdatenblatts

beispiel-fuer-abschnitt-9-eines Sicherheitsdatenblatts

Leider sind in den Sicherheitsdatenblättern an dieser Stelle viele Lücken zu finden. Sie können beim Lieferanten nach den fehlenden Daten fragen. Das führt häufig nicht zum Erfolg. Da hilft teilweise nur Eigenrecherche.


Beispiel:

Auszug aus einer Gefährdungsbeurteilung „physikalische Daten“

auszug aus der gefahrstoffbeurteilung physikalische Daten

Hier können Sie die Excel-Tabelle erhalten:

    Ich bitte um Zusendung der Tabelle zur Erstellung einer Gefahrstoffbeurteilung mit Beispielen