TRGS 402

Wenn für ein Produkt im Sicherheitsdatenblatt unter Punkt 8 “Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung” Arbeitsplatzgrenzwerte einzuhalten sind, ist die die Einhaltung auch nachzuweisen. Das gilt auch für Stoffe oder Stoffe, die bei einem Verarbeitungsprozess entstehen.

Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 402 gibt eine Aussage, wann Sie keinen Nachweis zur Einhaltung der der Arbeitsplatz ausweisen müssen.

Aus der TRGS 402:

Ermittlung der inhalativen Exposition

Soweit aufgrund der Ermittlungsergebnisse nach der TRGS 400 verfahrens- und/oder stoffbedingt nur geringe oder vernachlässigbare Expositionen zu erwarten sind, sind keine weiteren Ermittlungen nach dieser TRGS erforderlich. Dies kann unter Beachtung der toxikologischen Stoffeigenschaften der Fall sein, wenn

1. ein niedriges Freisetzungsvermögen auf Grund der Arbeitsbedingungen und der Stoffeigenschaften (z.B. niedriger Dampfdruck, hoher Siedepunkt bei geringer Verarbeitungstemperatur, geringes Staubungsverhalten) vorliegt,

2. durch das Verfahren keine Aerosolbildung erfolgen kann,

3. nur geringe Mengen verwendet werden oder

4. nur geringe Emissionen, z.B. aufgrund kleiner Quellflächen oder kurzer Tätigkeitsdauer (< 15 min), möglich sind

Anmerkung: der Begriff „kleine Quellfläche“ wird nicht näher erläutert. Die einzige Fundquelle, die ich gefunden habe, ist in einem Beitrag zur Berechnung der Gefahrzahl im Sicherheitsingenieur 9/2012. Dort ist eine „kleine Quellfläche“ wenige cm² groß.

Ihr oberste Priorität sollte sein, den Versuch zu starten, eine geringe oder vernachlässigbare Exposition nachzuweisen. Das ist in den vielen Fällen gegeben. Suchen Sie Quellen, die Aussagen zu Expositionsbelastungen geben.

Mögliche Quellen finden Sie auf meiner Homepage.


Warum Datenquellen suchen?

Sie können die Expositionshöhe feststellen lassen durch

  • Berechnung
  • Durchführung von Messungen

Beide Verfahren sind aufwendig und mit Kosten verbunden.

In manchen Fällen lässt sich eine Messung nicht durchführen, wenn

  • die Expositionsdauer zu kurz ist (z.B. Ansetzen von Reinigungslösungen)
  • die Arbeiten im Freien stattfinden (z.B. Betanken von Kleingeräten)
  • bei ungünstigen Temperaturen, Luftfeuchtigkeit o.ä.

Folgende Recherchemöglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung:

EMKG

Das EMKG (einfaches Maßnahmenkonzept der BAUA) kann als nichtmesstechnische Ermittlungsmethode genutzt werden. Für eine ausreichende Sicherheit ist es jedoch erforderlich, die Gefährlichkeitsgruppe eine Kategorie strenger zu wählen (z. B. GG „C“ statt GG „B“).

Diese Methode hat den Nachteil, dass Sie schnell in eine Kategorie reinrutschen, in der die Forderung besteht, direkt vor Ort abzusaugen oder die Tätigkeit in einer geschlossenen Anlage durchzuführen. Das ist in der Praxis nicht hilfreich.

Wingis

Auf dem Wingis-Portal sind zum Teil zu einzelnen Produkten angegeben, unter welchen Bedingungen die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden. Sie müssen entsprechend kontrollieren, ob Ihre Arbeitsbedingungen den betrachteten Bedingungen entsprechen.

Unfallkassen, Berufsgenossenschaften

Auf den Internetseiten der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften finden Sie viele hilfreiche Tipps zu Arbeitsverfahren und Expositionsgrenzwerten.

Software „Gestis-Stoffenmanager” der IFA

Über die Software ist eine Grenzwertberechnung möglich. Die Software ist leider nicht selbsterklärend. In der frei verfügbaren Version sind nur 35 Stoffe oder Gemische erfassbar. Es ist aber möglich, Datensätze zu löschen und dafür neue Datensätze anzulegen.


Beispiel

Auszug aus der Gefährdungsbeurteilung “Arbeitsplatzgrenzwerte”

gefaehrdungsbeurteilung arbeitsplatzgrenzwert

Hier können Sie die Excel-Tabelle erhalten:

    Ich bitte um Zusendung der Tabelle zur Erstellung einer Gefahrstoffbeurteilung mit Beispielen